Der österreichische Einzelhandel entwickelt sich besser als die Gesamtwirtschaf
29.04.2010 09:34
Der österreichische Einzelhandel entwickelt sich besser als die Gesamtwirtschaft. "Der Handel beziehungsweise die Konsumenten tragen die Wirtschaft", zeigt sich der Obmann der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Erich Lemler, zufrieden. Das gesamte Jahr wird sich dieses Plus aber nicht halten lassen: Lemler erwartet für 2010 insgesamt "eine ganz geringfügige Umsatzsteigerung" im Handel. Der stationäre österreichische Handel hat im ersten Quartal ein Umsatzplus von nominell 3,8 Prozent erwirtschaftet. Real entspricht das einem Wachstum von 3,1 Prozent. Dieses Plus sei aber teilweise auf den heuer frühen Ostereinkauf im März zurückzuführen, räumt Lemler ein. Erstmals seit 2008 sind die Preise im Handel mit 0,7 Prozent wieder weniger als die gesamte Inflation (1,4 Prozent) gestiegen. Die Kundenfrequenz nahm im Berichtszeitraum um 1,7 Prozent zu, die Beschäftigtenzahl blieb stabil. Der Handel ist der umsatzstärkste Wirtschaftsbereich in Österreich. Ein Drittel aller Erlöse der marktorientierten Wirtschaft stammt aus dem Handel. 2008 lag der Nettoumsatz bei 221 Mrd. Euro. Mit 560.000 Beschäftigten ist der Handel nach der Sachgütererzeugung der zweitgrößte Arbeitgeber des Landes. Ein Viertel aller unselbstständig Beschäftigten arbeitet in einem Handelsunternehmen. Insgesamt gibt es in Österreich 80.100 Handelsunternehmen, die Hälfte davon im Einzelhandel. Die Eigenkapitalquote im Handel hat sich zusehends verbessert und liegt im Durchschnitt bei 24 Prozent. Die Umsatzrentabilität als Kenngröße für die Ertragskraft eines Unternehmen liegt bei 2,1 Prozent, entwickelte sich nach Daten der KMU Forschung aber rückläufig, vor allem im Kfz-Bereich und im Großhandel. Nach wie vor sei die Polarisierung zwischen großen und kleinen Unternehmen sowie zwischen den Sparten sehr groß, betont Lemler.
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